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Schnappende Finger

Schnappfinger

Zugrunde liegt eine Störung am Halteapparat der Beugesehnen an den Fingerknochen, den sogenannten „Ringbändern“.

Die Aufgabe der Sehnen besteht darin, die einzelnen Fingergelenke zu bewegen. Damit diese Funktionen optimal gelingen und eine stabile und sichere Fingerführung überhaupt erst erfolgen kann, bedarf es eines Haltesystems der Sehnen an den Knochen. Dieses lässt sich gut mit den Ösen einer Angel vergleichen, durch welche die Angelschnur nahe an der Angelrute geführt wird. Allerdings sind die menschlichen „Ösen“ an den Fingern etwas breiter, wie kleine Tunnel.

In diesen Ringbändern laufen teilweise zwei Sehnen gleichzeitig. Damit die Sehnen trotzdem frei gleiten können, sind sie mit einem feinen Häutchen umgeben, der Sehnenscheide, die eine Gleitflüssigkeit abgibt.

Sollte sich diese Sehnenscheide durch Überlastungen dauerhaft entzünden, können sowohl die Sehnen selber („Schnappfinger“), als auch die Ringbänder selber, Schaden nehmen. Die Beschwerden stellen sich meist morgens ein, weil nachts die natürliche leichte Armschwellung durch Fehlen der Muskelpumpe zunimmt. Beim Hochziehen des Rollladens bleibt dann der betroffene Finger hängen. Eine Besserung durch Betätigungen ergibt sich im Laufe des Vormittags.

In der Vorgeschichte sind für den Handchirurgen eventuelle außergewöhnliche Überlastungen oder auch chronische starke Dauerbelastungen von Bedeutung. Auch vorangegangene Unfälle oder Operationen an dieser Extremität sollten beachtet werden.

Es schließt sich die sachgerechte handchirurgische Untersuchung an. Ergänzt wird diese durch eine hochauflösende Ultraschall-Untersuchung. Bei Hinweisen für Veränderungen im Gelenkbereich der Finger sollte sich noch die Röntgenuntersuchung anschließen. Dadurch rundet sich das Bild der vorliegenden Erkrankungssituation ab. Der Schweregrad kann eingeordnet werden. 

Danach richtet sich der Behandlungsansatz. Konservativ (ohne Operation) lassen sich die Beschwerden oftmals mit Vermeiden der belastenden Tätigkeiten, mit abschwellenden Maßnahmen, Wechselbädern, Akupunktur und mit homöopathischen Maßnahmen zurückführen.

Bei Schmerzen, bereits eingetretener Funktionsstörung der Fingergelenke, sowie beim Auftreten von gefährlichen Situationen (an der Maschine, beim Autofahren) besteht eine klare Indikation (triftiger, moralisch zu rechtfertigender Grund) zur Operation.

Diese wird grundsätzlich in mikrochirurgischer Technik durchgeführt.

Die Nachbehandlungszeit beträgt meist 2 bis 4 Wochen mit Fadenzug nach 14 Tagen. Ziel ist es nicht, möglichst frühzeitig die Fäden zu ziehen, sondern die Fäden zum Schutz vor einem Wundklaffen ausreichend lange zu belassen, um zunächst eine möglichst freie Fingerbeweglichkeit wieder zu erlangen. 

Die Vollbelastung der Hand wird in der Regel zwischen der 4. und 6. Woche wieder erreicht.

Eine regelmäßige handchirurgische Überprüfung des Heilverlaufs ist selbstverständlich. Hierbei wird erkennbar, ob eine sich zusätzlich anschließende Handtherapie erforderlich wird. 

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